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Weihnachtsfest mal anders       

Dienstag, 06.12.2016 – „Wir wollten zeigen, dass Gemeinschaft auf vielen Wegen entstehen kann“, so André Rummel, Sozialarbeiter beim Nordhäuser Verein „Schrankenlos“, der sich für die Integration von Menschen verschiedenster Herkunft einsetzt.

Am vergangenen Dienstag waren nicht nur die Kinder der Ostrowerstraße 16 verblüfft über die gefüllten Schuhe, die sie am Morgen vorfanden. Auch viele TeilnehmerInnen der internationalen Weihnachtsfeier im Jugendklub des Stadtgebiets Ost waren erstaunt über den Höhepunkt der Veranstaltung – ein Krippenspiel mit vielfältigen Farben, Sprachen und Geschlechtern.  

Der Nikolaustag begann für die Mitarbeiter des Schrankenlos e.V. bereits sehr früh, als diese die Schuhe der Kinder in der Ostrowerstraße 16 mit Obst und Süßigkeiten befüllten. „Wir wollten den Kindern die deutschen Weihnachtsgebräuche vermitteln und dazu nutzten wir den bei uns allen bekannten Nikolausschuhputzbrauch“, äußerte Hartmut Möller, Alltagsbegleiter.

Um 14 Uhr fand dann ein Fußballturnier in der Sporthalle der Grund- und Regelschule „Am Förstemannweg“ statt. Im Vorfeld wurden keine Teams für den Wettstreit festgelegt, sondern es wurden beliebig gemischte Mannschaften gebildet, die unterschiedlichen Alters, Herkunft sowie Geschlecht waren. Anschließend fanden sich die jungen SportlerInnen sowie viele BewohnerInnen der Ostrowerstraße 16, der Halleschenstraße sowie Sundhäuserstraße im Jugendklub ein, um gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen aus dem Stadtteilgebiet eine Weihnachtsfeier durchzuführen. Dort fehlte es nicht an weihnachtlicher Musik und vielerlei kulinarischer Köstlichkeiten aus Deutschland und anderen Ländern.

Höhepunkt war das vorgeführte Krippenspiel von zwölf Menschen aus acht verschiedenen Ländern (Deutschland, Albanien, Sudan, Syrien, Eritrea, Afghanistan, Uganda, Somalia). In dem Krippenspiel schauspielerten Menschen christlichen sowie muslimischen Glaubens, weiterhin wurden männliche sowie weibliche Rollen anders besetzt. So waren zum Beispiel die drei Heiligen Könige zu 2/3 weiblich und spielten auch Königinnen. Sogar das Jesuskind war ein kleines einjähriges Mädchen aus Somalia. Der Vorschlag vom Initiator André Rummel, aus dem Jesuskind auch in der Geschichte ein Mädchen zu machen, stieß auf große Gegenwehr bei vielen LaienspielerInnen. „Jesus war ein Junge und so soll die Geschichte auch erzählt werden“, sagte die Hauptdarstellerin Amal Mustafa aus dem Sudan, die die Rolle der Maria spielte. „Es war eine sehr gelungene Veranstaltung, ich mag es sehr, wenn so viele Menschen zu so einem Event zusammenkommen“, resümierte Marco Kühlewind, der Erzieher vom „Kreisjugendring e.V.“ aus dem „Jugendklub Ost“.

André Rummel